Schwerpunkt Traumatherapie

Orientierung und Sicherheit nach belastenden Ereignissen

Viele Menschen, die sich erstmals mit dem Thema Traumatherapie befassen und zu mir kommen, haben ähnliche Fragen:

„Was genau liegt bei mir vor?“
„Muss ich alles erzählen?“
„Wie läuft eine Behandlung überhaupt ab?“

Auf dieser Seite möchte ich Ihnen daher einen transparenten Einblick in mein therapeutisches Vorgehen geben – verständlich, fachlich fundiert und an aktuellen Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Psychotraumatologie (DeGPT) orientiert.

 

1. Diagnostik: Was liegt bei mir vor?

Jede Behandlung beginnt mit einer differenzierten Diagnostik, um die individuelle Symptomatik präzise einzuordnen. Ich arbeite dabei mit wissenschaftlich etablierten Verfahren – darunter strukturierte Interviews, leitlinienorientierte Fragebögen sowie verschiedenen diagnostischen Elementen.


Traumafolgestörungen:

  • Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)
  • Komplexe Posttraumatische Belastungsstörung (K-PTBS)
  • Dissoziative Störungen
  • Weitere Traumafolgestörungen wie depressive Episoden, Ängste, Zwänge, Ess- oder Suchterkrankungen

Ein zentraler Aspekt:

Viele Beschwerden, die zunächst wie „klassische“ psychische Erkrankungen aussehen – etwa Depressionen, Ängste, Zwänge oder Suchterkrankungen – können in Wirklichkeit Folgen unverarbeiteter traumatischer Erfahrungen sein. Gerade bei frühen und chronischen Bindungstraumatisierungen zeigen sich die Symptome häufig nicht direkt, sondern in anderer Form:

  • Rückzug oder depressive Stimmung können Ausdruck tief verankerter Schutzmechanismen sein.
  • Zwangshandlungen oder übermäßige Kontrolle können helfen, innere Unsicherheit und Anspannung zu regulieren.
  • Perfektionismus, Anpassung oder emotionale Taubheit können Strategien sein, sich sicherer zu fühlen.
  • Sucht oder Konsum von Substanzen kann ein Versuch sein, Gefühle zu betäuben, besser einzuschlafen oder Flashbacks besser zu ertragen.

Diese Muster sind oft ursprünglich sinnvolle Bewältigungsversuche, die unter aktuellen Lebensbedingungen jedoch Leidensdruck erzeugen.

 

2. Beziehung und Tempo: Muss ich sofort alles erzählen?

Nein.
Eine vertrauensvolle therapeutische Beziehung ist die Grundlage jeder Traumatherapie. Sie entscheiden jederzeit selbst, wie viel Sie erzählen und was Ihnen momentan zumutbar ist.

In vielen Fällen ist es therapeutisch sogar sinnvoll, Inhalte zunächst nur als „Überschriften“ zu benennen – etwa „es gab psychische Gewalt“ oder „ein Thema sind sexuelle Grenzüberschreitungen“ – und vertiefe Inhalte erst dann zu betrachten, wenn ausreichend Stabilität oder Vertrauen vorhanden ist. Ein Vorteil der EMDR-Methode ist, dass belastende Erinnerungen verarbeitet werden können, ohne dass alle Details oder Abläufe im Gespräch mit mir offengelernt werden müssen. Weitere Infos zur EMDR-Therapie.

Ein Kern der traumatherapeutischen Arbeit besteht im Pendeln zwischen Belastung und Sicherheit, zwischen vergangenen Erfahrungen und dem sicheren Hier-und-Jetzt. Durch diese Dosierung wird Überforderung vermieden – gleichzeitig werden innere und äußere Potentiale (Ressourcen) aktiv zugänglich.

 

3. Kontakt zu belastenden Bezugspersonen: Muss ich mich distanzieren?

Die Entscheidung wie Sie mit wichtigen Bezugspersonen umgehen liegt immer bei Ihnen. Für eine erfolgreiche Behandlung ist vor allem entscheidend, dass keine akuten Übergriffe oder Gefährdungen bestehen. In vielen Fällen – insbesondere bei familiärer Gewalt oder Vernachlässigung – bestehen ambivalente Bindungen, die sowohl schmerzhaft als auch bedeutsam sein können. Wenn ein Kontakt zu der belastenden Person trotz der Gewalt aufrechterhalten werden soll, arbeiten wir vorher an:

  • Fähigkeiten zur Abgrenzung
  • innerer und äußerer Sicherheit
  • mehr Handlungsspielraum in schwierigen Situationen
  • klare Kommunikations- und Notfallstrategien

Manchmal ist es dafür sinnvoll den Kontakt zu beenden – in anderen Fällen kann eine sichere Gestaltung der Beziehung ausreichend sein.

 

4. Umfang: Muss ich alles Erlebte aufarbeiten?

Nein.
In der Therapie geht es nicht darum, alles aufzuarbeiten oder aufzudecken was man im Leben erlebt hat sondern das zu verarbeiten was im Inneren noch weiterwirkt. Oft sind das belastende und damit biologisch aktive Erinnerungen, an die der Körper sich noch erinnert, auch wenn der Kopf längst weiter ist.

 

5. Ablauf der Therapie: Moderne traumatherapeutische Grundprinzipien

Das Vorgehen in der Therapie orientiert sich an offiziellen Leitlinien der Traumabehandlung (S3) und modernen, schonenden Therapieansätzen. Traditionell wurde die Behandlung in drei Phasen eingeteilt:

1. Stabilisierung
2. Konfrontation
3. Integration

Heute versteht man, dass diese Phasen flexibel ineinandergreifen können. Vor allem bei komplexen Traumatisierungen hat sich bewährt:

  • verlängerte Stabilisierungsphase
  • Fähigkeiten in der Regulation von Gefühlen ausbauen
  • frühzeitig an gegenwartsbezogenen Auslösern und Symptomen arbeiten (z. B. Triggern, Schuldgefühlen, Flashbacks) bevor die traumatische Erinnerung bearbeitet wird
  • den Körper und die Selbstregulation des autonomen Nervensystems aktiv einzubeziehen

 

6. Methodenauswahl: Welche Verfahren kommen zum Einsatz?

Die Auswahl orientiert sich an Ihren vorrangigen Beschwerden und der Symptomatik, Ihrer Biografie und Ihren Bedürfnissen. In Ergänzung zu meiner verhaltenstherapeutischen Ausbildung kommt vor allem zum Einsatz:

  • EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing)
  • IRRT (Imagery Rescripting and Reprocessing Therapy)
  • MBT (Mentalisierungsbasierte Therapie)
  • Körperorientierte Therapie (inspiriert von Somatic Experiencing nach Peter Levine)

Weitere Informationen zu den Methoden finden Sie hier.

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