Psychische Erkrankungen
Psychische Belastungen können sich sehr unterschiedlich äußern, etwa in Form von Depressionen, Ängsten, Erschöpfungszuständen und Schlafstörungen. Auch bei diffusen oder schwer einzuordnenden Beschwerden kann eine Psychotherapie hilfreich sein. Zu Beginn einer Behandlung erfolgt grundsätzlich eine ausführliche Diagnostik, um die individuellen Ursachen und Bedürfnisse sorgfältig zu erfassen.
In meiner Praxis in Bad Aibling biete ich zusätzlich eine umfassende ADHS-Diagnostik an.
Depressive und affektive Störungen
Depressionen sind häufig: Etwa jeder dritte Erwachsene erlebt im Laufe seines Lebens eine depressive Episode. Traurigkeit, Antriebslosigkeit, niedergedrückte Stimmung oder Hoffnungslosigkeit sind dann typische Symptome, auch belastende Gedanken bis hin zu Suizidgedanken können auftreten. In der Therapie reflektieren wir Gedanken, Gefühle und Beziehungserfahrungen, bearbeiten belastende Erinnerungen und schaffen Raum für neue Handlungsoptionen.
Störungsbilder:
- Depressive Episoden
- Rezidivierende Depression
- Dysthymie
- Bipolare Störung
Angst- und Stressstörungen
Angst, Panikattacken oder Bewertungsängste entstehen nicht nur aus persönlichen Erfahrungen, sondern auch als Reaktion auf eine Welt voller Leistungsdruck, Unsicherheit und Erwartungen. In der Therapie lernen Sie, diese Muster zu erkennen, sich ihren Ängsten zu stellen und Handlungsoptionen zu erweitern – auch im Spannungsfeld zwischen individuellen Bedürfnissen und gesellschaftlichen Anforderungen.
Störungsbilder:
- Generalisierte Angststörung
- Panikstörung
- Soziale und Spezifische Phobie
- Akute Stressreaktionen
Traumafolgestörungen
Traumafolgestörungen können das tägliche Leben stark beeinträchtigen – etwa durch belastende Erinnerungen, Albträume, ständige Anspannung oder das Vermeiden bestimmter Situationen. Viele Betroffene wissen zunächst nicht, dass diese Symptome eine Folge von Traumatisierungen sind. Sie sind keine Schwäche, sondern normale Reaktionen auf überwältigende Erlebnisse. Gleichzeitig werden die Folgen traumatischer Erfahrungen in unserer Gesellschaft oft übersehen oder tabuisiert, obwohl sie das Leben der Betroffenen nachhaltig prägen und weitreichende Auswirkungen auf Alltag, Beziehungen und Arbeit haben können.
Störungsbilder:
- Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)
- Komplexe Posttraumatische Belastungsstörung (K-PTBS)
- Dissoziative Störungen
Mehr zu meinem Schwerpunkt Traumatherapie finden Sie hier.
Sucht- und Abhängigkeitserkrankungen
Viele Menschen nutzen kurzfristige Entlastungsstrategien – etwa Substanzen, Verhaltensweisen oder bestimmte Routinen –, um Stress, schmerzhafte Gefühle, innere Leere oder Überforderung zu regulieren. In der Therapie geht es darum, die dahinterliegende Funktion zu erkennen und darauf aufbauend alternative, langfristig hilfreiche Wege zu entwickeln.
Störungsbilder:
- Substanzabhängigkeit, z. B. Alkohol, Cannabis oder andere Drogen
- Verhaltensabhängigkeit, z. B. Glücksspiel, Computerspiele oder Social Media
Essstörungen
Essstörungen entwickeln sich häufig als Reaktion auf äußeren Druck, Körperideale und innere Ansprüche. Sie helfen Betroffenen, schwierige Gefühle zu regulieren oder Kontrolle über den eigenen Alltag zu gewinnen, wenn äußere Ereignisse als überwältigend erlebt werden. In der Therapie geht es darum, ein positives Körpergefühl zu fördern, Selbstakzeptanz zu stärken und alternative, hilfreiche Verhaltensweisen einzuüben.
Störungsbilder:
- Anorexie
- Bulimie
- Binge-Eating-Störung
Zwangserkrankungen
Zwangsgedanken oder Zwangshandlungen können den Alltag erheblich beeinträchtigen und gehen häufig mit starkem Unwohlsein, Angst oder Scham einher. In der Therapie geht es zunächst darum, die zugrunde liegende Bedeutung und Funktion der Zwänge zu verstehen. Dieses Verständnis bildet die Grundlage, um neue und sichere Wege im Umgang mit innerer Anspannung und dem Bedürfnis nach Kontrolle zu entwickeln. Ziel ist es, die Macht der Zwangsgedanken und -handlungen zu verringern und wieder mehr Freiheit sowie Selbstvertrauen im Alltag zu gewinnen. Dabei können verhaltenstherapeutische Methoden wie Zwangsexpositionen (Exposition mit Reaktionsverhinderung) einen wichtigen Behandlungsbaustein darstellen.
AD(H)S
Im Erwachsenenalter äußert sich AD(H)S oft durch Unaufmerksamkeit, innere Unruhe, Impulsivität oder Schwierigkeiten, den Alltag zu organisieren. Viele Betroffene berichten zusätzlich von Stress, Selbstzweifeln oder Problemen im Umgang mit anderen. In der Therapie können wir gemeinsam Wege entwickeln, den Alltag besser zu strukturieren und den eigenen Umgang mit Zeit zu verbessern. Ein weiterer Schwerpunkt liegt darauf, die eigenen Stärken und Ressourcen wertzuschätzen und zugleich die eigenen Grenzen zu erkennen und zu achten.
Eine ausführliche ADHS-Diagnostik wird in meiner Praxis in Bad Aibling angeboten.
Anpassungsstörungen
Nach belastenden Lebensereignissen wie Trennungen, Konflikten, Krankheit oder beruflichen Veränderungen kann es zu Anpassungsschwierigkeiten kommen. Diese äußern sich oft durch Überforderung, emotionale Erschöpfung oder anhaltende Anspannung. In der Therapie werden Strategien zur Bewältigung gestärkt, emotionale Entlastung ermöglicht und Wege zur Stabilisierung im Alltag entwickelt.
Schlafstörungen
Ein erholsamer Schlaf ist grundlegend für seelische und körperliche Gesundheit. Anhaltende Ein- oder Durchschlafprobleme können durch Stress, Grübeln oder emotionale Belastungen entstehen. In der Psychotherapie werden die individuellen Ursachen beleuchtet und Strategien zur Verbesserung des Schlafverhaltens und zur Reduktion innerer Anspannung entwickelt.
Sexuelle Funktionsstörungen
Sexuelle Störungen können sehr belastend sein, da sie häufig mit Scham, Gefühlen der Unzulänglichkeit oder Spannungen in der Partnerschaft verbunden sind. Gleichzeitig zeigen Studien und Umfragen, dass viele Männer und Frauen im Laufe des Lebens sexuelle Funktionsprobleme erleben. In der Therapie geht es darum, die Hintergründe der Probleme besser zu verstehen, Ängste und Unsicherheiten abzubauen und unter Berücksichtigung der eigenen Bedürfnisse und Grenzen eine positive sexuelle Lebensqualität zu fördern.
Beziehungs- und Persönlichkeitsstörungen
Persönlichkeitsstörungen betreffen tief verwurzelte Denk-, Gefühls- und Verhaltensmuster, die das tägliche Leben und zwischenmenschliche Beziehungen erheblich beeinflussen können. Menschen mit Persönlichkeitsstörungen erleben oft wiederkehrende Schwierigkeiten, ihre Emotionen zu regulieren, und haben Probleme damit, sich selbst und andere in komplexen sozialen Situationen richtig wahrzunehmen.
Ein häufiges Beispiel ist die Borderline-Persönlichkeitsstörung, bei der starke Stimmungsschwankungen, impulsive Reaktionen und zwischenmenschliche Konflikte häufig vorkommen. Besonders prägend sind oft Verlust- und Verlassenheitsängste, die zu übermäßigen Bemühungen führen können, Beziehungen zu kontrollieren oder zu verhindern, dass man von anderen verlassen wird. Die Behandlung fokussiert darauf, ein besseres Verständnis für die eigenen emotionalen Reaktionen zu entwickeln und gesunde, konstruktive Wege im Umgang mit sich selbst und anderen zu erlernen.
Störungsbilder:
- Persönlichkeitsstörungen
- Anpassungs- und Beziehungsschwierigkeiten
- Belastungen durch Trennung oder Konflikte
